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Bibliothek einer Hexe

Hexen und Hexenmeister waren nach landläufiger Ansicht ganz normale Menschen und konnten also nicht, wie überirdische Wesen, Götter, Feen und Geister ohne jegliches Hilfsmittel zaubern. Sie benötigten einen Zauberstab, einen Zaubertrank, bestimmte Kräuter, und natürlich bedurften sie auch eines Lehrmeisters oder einer Lehrmeisterin, von dem oder der sie ihre Künste lernten.

Die mündliche Überlieferung geheimer Rezepte und Fertigkeiten ist in entlegenen Teilen der Welt immer noch gang und gäbe und als die eigentlich "richtige" Methode des Lehrers anzusehen, zumal früher ohnehin die wenigsten lesen und schreiben konnten - mit Sicherheit jedenfalls nicht Hirten, Kräuterweiblein und sonstige Landbewohner, die sich mit unorthodoxen Heilmethoden und Zaubereien befassten.

Dennoch kamen im späten Mittelalter und gar bis ins neunzehnte Jahrhundert eine ganze Reihe von Schriften in den Ruch von Zauberbüchern, aus denen die Hexen und Hexenmeister ihr Wissen bezogen. Im stillen Kämmerlein studierten sie, wie man glaubte, die verschiedenen Rezepte und probierten sie im Geheimen aus. Dadurch entstanden dann angeblich Geister, Homunkuli, dienstbare Zauberhunde und alles nur erdenklich sonstige Teufelswerk.

Besonders berühmt war und ist in diesem Zusammenhang das ´Sechste und Siebte Buch Moses'; selbst heute noch wird es - sofern man es überhaupt findet - nur an Erwachsene verkauft. Gleichfalls als Zauberschriften galten manche Bücher des
Paracelsus, in denen etwa erklärt wurde, wie man den Stein der Weisen erhalten könne, sowie die des Agrippa von Nettesheim.

Quelle: Kleines Lexikon des Hexenwesens

dieweltdeshexentums am 21.10.06 16:35


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Bibliothek einer Hexe

Hexen und Hexenmeister waren nach landläufiger Ansicht ganz normale Menschen und konnten also nicht, wie überirdische Wesen, Götter, Feen und Geister ohne jegliches Hilfsmittel zaubern. Sie benötigten einen Zauberstab, einen Zaubertrank, bestimmte Kräuter, und natürlich bedurften sie auch eines Lehrmeisters oder einer Lehrmeisterin, von dem oder der sie ihre Künste lernten.

Die mündliche Überlieferung geheimer Rezepte und Fertigkeiten ist in entlegenen Teilen der Welt immer noch gang und gäbe und als die eigentlich "richtige" Methode des Lehrers anzusehen, zumal früher ohnehin die wenigsten lesen und schreiben konnten - mit Sicherheit jedenfalls nicht Hirten, Kräuterweiblein und sonstige Landbewohner, die sich mit unorthodoxen Heilmethoden und Zaubereien befassten.

Dennoch kamen im späten Mittelalter und gar bis ins neunzehnte Jahrhundert eine ganze Reihe von Schriften in den Ruch von Zauberbüchern, aus denen die Hexen und Hexenmeister ihr Wissen bezogen. Im stillen Kämmerlein studierten sie, wie man glaubte, die verschiedenen Rezepte und probierten sie im Geheimen aus. Dadurch entstanden dann angeblich Geister, Homunkuli, dienstbare Zauberhunde und alles nur erdenklich sonstige Teufelswerk.

Besonders berühmt war und ist in diesem Zusammenhang das ´Sechste und Siebte Buch Moses'; selbst heute noch wird es - sofern man es überhaupt findet - nur an Erwachsene verkauft. Gleichfalls als Zauberschriften galten manche Bücher des
Paracelsus, in denen etwa erklärt wurde, wie man den Stein der Weisen erhalten könne, sowie die des Agrippa von Nettesheim.

Quelle: Kleines Lexikon des Hexenwesens

dieweltdeshexentums am 21.10.06 16:34


Die Deffinition von Hexen!

 

Hallo!

Hier mal ein kleiner Überblick dazu was oder ab wann man eine Hexe oder ein Hexer ist!

LG

Hexe sein

Auch hier werden es die meisten gar nicht wissen wollen, wie daß mit der Wahrheit nun mal so ist... All diese Dinge sind unabdingbar um eine Hexe zu sein! Alles andere ist "nur" ein nettes Esoterikhobby - hat aber mit dem echten Hexentum nichts zu tun:

Besonders sollten jene Mitmenschen den folgenden Text lesen, die schon irgendelche dubiosen Einweihungen bekommen haben, und sich deshalb Hexe nennen. Wer nicht umfangreiches Wissen über alle Aspekte der Natur hat - ist alles mögliche - jedoch niemals eine Hexe (oder ein Druide)!

Was ist eigentlich eine HEXE bzw. ein HEXER?

Kaum ein anderer Begriff ist mit so vielen verschiedenen und zumeist falschen Assoziationen verbunden wie dieses Wort. Das Wort "Hexe" wird zumeist als Schimpfwort verwendet, was sich beim näheren Hinsehen jedoch als ziemlich falscher Gebrauch erweist.

HEXE stammt vom althochdeutschen Wort "HAGAZUSSA" ab, was soviel bedeutet wie: "HECKENSITZERIN". (Die Silbe "HAG" findet sich auch in der HAGebutte wieder, der Frucht der HECKENrose) Jetzt stellt sich natürlich die Frage: Was macht die Hexe in der Hecke?

Die Hecke war, und ist, eine Abtrennung zwischen zwei Grundstücken. So hatten unsere mittelalterlichen Vorfahren die Vorstellung, daß auch das "Diesseits" vom "Jenseits" durch eine Hecke getrennt ist. Wobei man auch die Begriffe "Diesseits" und "Jenseits" im mittelalterlichen Kontext betrachten muß!

Aus dem Jenseits kommt, so die mittelalterliche Vorstellung, das "höhere" Wissen. Wissen, das nicht jedem zuteil war wie z.B. das Wissen zu Heilen, das Wissen über den Lauf der Gestirne, das Wissen um die Heilkraft der Pflanzen, das Wissen um das Wetter u.s.w.

Der Begriff "Hexen" oder "Hexer" beschreibt somit Menschen, die über besonderes und dem Menschen nützliches Wissen verfügen. Der Beruf Hexe/Hexer war sehr umfangreich und von der Bevölkerung gefragt und anerkannt.

Hexen waren und sind (!) selbständige Menschen, die ihren eigenen Kopf haben und sich nicht gerne zu sehr "kontrollieren" lassen. Der Ruf der Bevölkerung nach der Hilfe von Hexen und deren Unkontrollierbarkeit, waren den Machthabern des Staates selbstverständlich ein Dorn im Auge, was auch die irrsinnige Hexenverfolgung unserer Vorzeit ausgelöst hat.

Wenn in weiterer Folge in diesem Text das Wort "Hexe" auftaucht, sind selbstverständlich immer beide Geschlechter gemeint, also auch die männlichen Hexen - die Hexer...

Hexen wurden immer gerufen, wenn jemand krank war, wenn ein Kind zur Welt zu bringen war, wenn die Saat nicht aufgehen wollte, wenn die Tiere nicht werfen konnten, und auch dann, wenn es Krisen in menschlichen Beziehungen gab, um nur die bekanntesten Aufgaben der Hexen zu nennen.

Hexen waren (und sind) somit z.B. Heiler und können als die Vorgänger unserer modernen Ärzteschaft betrachtet werden. Doch das ist erst der Beginn. Wenn eine Hexe eine Krankheit diagnostizierte (Anatomie; Pathologie) und eine Heilmethode vorschlug, konnte sie natürlich nicht einfach in eine Apotheke gehen und dort die Medizin kaufen. Sie mußte sich ihre Heilkräuter selbst pflücken und die Medizin auch selbst herstellen. Somit war eine Hexe zugleich Heiler, Biologe und Pharmazeut.

Dies ist jetzt natürlich nur bezogen auf die Tätigkeit der Hexe als "Heilerin"... Auch die Hexen unserer Vorzeit haben sich bei ihrer "Gartenarbeit", wie es auch heute wieder modern ist, nach dem Mond und nach den Planeten orientiert. Eine Hexe hatte jedoch nicht die Möglichkeit eine Buchhandlung aufzusuchen und sich eine Tabelle zu kaufen um zu sehen, in welchem Tierkreiszeichen sich der Mond oder die Planeten gerade befinden.

Auch der Zugang zu einem Computer war unseren Vorfahren verwehrt ;-) Das bedeutet, daß eine Hexe zumindest über die Grundlagen der Astronomie Bescheid wissen mußte, um Ihre Tätigkeit durchzuführen.

Hexen wurden (und werden) natürlich über zukünftige Ereignisse gefragt. Den Menschen in unseren Breiten war es für das Überleben eine unabdingbare Notwendigkeit, über das kommende Wetter Bescheid zu wissen. Hexen konnten diese in die Zukunft gerichteten Fragen über das Wetter sehr gut und treffend beantworten (Stichwort: "Wetterhexe". Um diese Antworten geben zu können, mußte eine Hexe über umfangreiche Kenntnisse der Meteorologie verfügen. Auch als Eheberaterin und bei Lebensproblemen wurden Hexen konsultiert, was natürlich nur dann Sinn macht, wenn sie über die Psyche des Menschen Bescheid wußten...

Weiters seien hier die Aufgabengebiete der Hexen als Priesterinnen bei Geburt, Hochzeit und Tod und bei Anrufungen an die Natur nicht vergessen. Medizin, Anatomie, Pathologie, Biologie (insbesondere Botanik), Astronomie, Meteorologie, Psychologie, "Religion" und vieles mehr sind also die Tätigkeitsbereiche und notwendigen Wissensbereiche der Hexen. All diese Dinge machen die Hexen zu nichts geringerem als den Vorfahren unserer modernen Wissenschaftler.

Nackt in der Gegend rumzulaufen, irgendwelche "Göttinnen" anrufen, sich mit der Natur verbunden zu fühlen und Tee kochen können hat, wie man sieht, absolut nichts damit zu tun was eine echte Hexe ausmacht.

Ein wenig "Feng-Shui" und "Reiki" nebst dem Brauen von "Pu-Erh Tee" ist nicht mehr und nicht weniger als ein ESO-Hobby - hat aber absolut nichts mit dem echten Hexentum gemeinsam!!!

Diese Menschen haben zumeist ein Selbstwertproblem und wollen unbedingt elitär sein und wichtiger als andere Menschen, ganz nach dem Motto: "Ätsch - ich bin Hexe und du niiicht..."

Eine echte Hexe stellt ihr Leben in den Dienst der Menschheit und ist immer da, um Hilfe zu leisten und immer bemüht, die Weiterentwicklung der Gesellschaft im ethischen wie auch im intellektuellen Sinn zu fördern.

Um echte Hexe bzw. echter Hexer zu werden, muß sehr intensiv gearbeitet werden, und zwar nicht hin und wieder, sondern immer. Hexe zu sein, ist eine Lebensart.

Ein Leben als "Wochenendhexe" zu führen, ist neuzeitlicher "esoterischer" Unfug und unbrauchbar ...

dieweltdeshexentums am 21.10.06 16:30


 

Hallo!

Hier habe ich einmal ein paar Grundlegende Sachen für euch die ganz wichtig sind wenn ihr euch näher mit einer Ausbildung beschäftigen wollt.

LG

Magische Lehrer, Führer und Verführer

Wer sich für Magie interessiert und diese auch selbst erlernen möchte oder sich von seiner Lebenseinstellung her als Magier fühlt und sich weiter informieren und darin bestätigen und festigen möchte, wird recht bald auf zahlreiche Leute stoßen, die ihn scheinbar wohlmeinend "ausbilden" wollen. Besonders das Internet wimmelt von selbsternannten "Lehrern", die alles zu wissen scheinen und ganz begierig darauf sind, Leute auf den magischen Weg einzuführen oder weiterzubringen.

Am schlimmsten sind jene, die sich selbst als "erleuchtet" oder ähnlich bezeichnen - die haben keinen blassen Schimmer, denn so nennt sich niemand, der Magie als Lebensphilosophie wirklich verstanden hat, weil "Erleuchtung" immer ein unerreichbares Fernziel bleiben wird, dem man sich nur Stückchen für Stückchen weiter annähern, es aber niemals erreichen kann.

Ebenso übel sind solche, die regelrecht eine "Magierakademie" oder "Hexenschule" oder ähnlichen Unsinn betreiben und sich auch noch mit gutem Geld dafür bezahlen lassen. Diese Zeitgenossen wollen nur abkassieren und schleusen deshalb ohne Rücksicht auf Begabung so viele Schüler (oder Opfer) wie möglich durch. Und häufig ist das, was dort "gelehrt" wird, ziemlicher Blödsinn oder einfach aus irgendeinem Buch nachgeplappert, das nicht einmal gut sein muß - Hauptsache, es klingt schön esoterisch. Den wirklichen Zugang zur Magie findet man aber nicht im Schnellkurs und man kann ihn auch nicht erzwingen.

Wenn das Ganze auch noch religiös angehaucht ist und unterschwellig oder sogar offen missionieren will, seien es nun einzelne Wiccas, die ihre eigene Religion nicht richtig verstanden haben, oder irgendeine Phantasie-Sekte, wird es richtig bedenklich. Magie hat auch lebensphilosophische Aspekte, das ist richtig, aber deren Vermittlung ist von religiöser Indoktrination unabhängig und auch streng davon zu unterscheiden. Ist es nicht völlig egal, ob man Heide, Atheist, Christ, Moslem oder Buddhist ist, wenn man im Gleichgewicht mit der Welt leben möchte und die Verbindung zu den Kräften seines Innersten sucht?

Dennoch stößt man überall auf sich selbst für weise und allwissend haltende Oberlehrer, die jeden gerne ausbilden möchten. Man sollte sich wirklich einmal die Frage stellen, warum diese Leute nichts Besseres zu tun haben.

Wieso sollte jemand Zeit und Mühe investieren, um einen Wildfremden auf den Weg der Magie zu führen, bzw. dort weiterzubringen? Normalerweise haben Magier doch genug eigene Dinge zu tun, und wenn sie nicht gerade magisch tätig sind, haben sie gewöhnlich auch ein ganz normales Alltagsleben und ebenso auch Hobbys, denen sie nachgehen. Nur ein erfülltes und gefestigtes reales Leben ermöglicht einen freien Zugang zur spirituellen Welt. Wieso also sucht jemand förmlich nach Menschen, die er ausbilden kann?

Sind Geltungssucht, finanzielle Interessen oder Missionierungswahn gute Grundlagen, um tatsächlich jemanden spirituell weiterzubringen? Wessen Lebenseinstellung und -philosophie und Weltanschauung läßt sich tatsächlich auf einem Wochenendseminar ändern? Wer vermag wirklich die Kräfte in seinem Inneren zu aktivieren, nur weil er ein paar Dinge über Magie gehört hat und gezeigt bekommen hat, wie man angeblich Dolch und Kelch zu halten hat? Wer glaubt denn tatsächlich, daß man den Zugang zur Magie von einem anderen Magier für Geld kaufen kann?

Magie ist vor allem eine Lebensphilosophie und eine Art, sein Leben zu leben und die Dinge zu sehen, und kein Zauberkasten, aus dem sich mal schnell ein Liebesamulett oder ein böser Fluch basteln läßt. Natürlich spielt das theoretische Wissen um die Funktionsweise der Magie, Werkzeuge, Rituale und Techniken eine wichtige Rolle, und dieses Wissen muß auch erst einmal erworben werden. Aber zu glauben, man ist ein Magier, wenn man einen Kreis zieht, mit dem Dolch herumfuchtelt und ein paar nette Worte zu den Elementen spricht, weil man es so gezeigt bekommen hat, ist genauso, als würde man ein Buch über das Drachenfliegen lesen, sich einen Drachen besorgen und damit direkt in den nächsten Abgrund hüpfen und erwarten, daß man es dann kann.

Man wird garantiert scheitern, weil man zwar vielleicht das Wissen, aber überhaupt kein "Gefühl" für die Sache hat, und ein solches läßt sich nur langsam entwickeln und erfordert viel Übung. Gefühl kann man nicht gelehrt bekommen, man muß es erfahren. Und man muß es zuerst einmal finden, vorausgesetzt, man hat überhaupt Talent dazu. Manche werden niemals das Skilaufen erlernen, sooft sie es auch versuchen, weil ihnen einfach das Gefühl dafür fehlt. Und andere werden vielleicht niemals Magier sein, so sehr sie es sich auch wünschen.

Darüberhinaus kann man auch die Philosophie eines Magiers zwar lernen im Sinne von "die Theorie auswendig lernen", aber es zu verinnerlichen, es für sich anzunehmen und wirklich zu leben ist eine ganz andere Sache. Man kann sich nicht dazu zwingen, eine Philosophie im Inneren für sich anzunehmen. Das funktioniert schon gar nicht, wenn man sie nur dazu "benutzen" will, endlich "Zaubern" zu lernen. So eine Philosophie muß auf einen wirklich passen, sonst kann man sie nicht verinnerlichen und sie nicht leben und auch nicht fühlen. Gefühle hat man eben oder nicht. Sie entwickeln sich mit der Zeit, und man kann sie nicht als Lehrer vermitteln - schon gar nicht in einem Schnellkurs.

Aber natürlich muß Wissen auch weitergegeben werden, sonst ist es wertlos. Und selbstverständlich muß ein Suchender auch irgendwie Wissen vermittelt bekommen. Wissen kann, abgesehen von Büchern oder Internet, auch gelehrt werden - aber eben nur das theoretische Wissen. Erfahrung und Gefühl und vor allem "Gnosis" kann man nicht vermitteln. Ein Mensch kann einem anderen nur das Wissen lehren, aber Erfahrung, Gefühl und Gnosis muß der Lernende selbst entwickeln, ebenso wie seinen eigenen Weg, damit umzugehen. Nicht umsonst sind die meisten Magier Autodidakten.

Ein Lehrer kann also nicht für sich beanspruchen, alles vermitteln zu können. Er kann einem Schüler Hintergrundwissen, Praktiken, Techniken und Herangehensweisen zeigen, und schon wieder wird es problematisch, weil der Zugang des Lehrers zur Magie möglicherweise ein ganz anderer ist als der des Schülers, der Lehrer aber nur den eigenen kennt und diesen natürlich auch zu vermitteln sucht. Fremden Wegen zu folgen kann jedoch eher blockieren als weiterbringen.

Der Austausch von Wissen muß sein, gar keine Frage. Aber niemand sollte sich zum Lehrer aufschwingen - schon deshalb nicht, weil es falsch wäre, andere auf dem eigenen Weg hinterherziehen zu wollen. Jeder hat einen anderen, individuellen Weg. Daher kann man Wissen, Praktiken, Techniken und Erfahrungen austauschen, aber eben unter Gleichgesinnten, nicht von Lehrer zu Schüler. Zwei echte Magier - sie müssen gar nicht beide "Zaubern" können, aber die entsprechende Lebenseinstellung haben - würden einander ohnehin immer als gleichstehend betrachten. Jeder kann vom anderen etwas lernen, bzw. sich Anregungen holen. Ein Lehrer stellt sich aber über seinen Schüler.

Der Austausch von Anregungen ist der Kernpunkt, denn alles, was man von anderen erfährt, dürfen immer nur Anregungen sein, die man für sich annehmen oder als für sich nicht passend beiseite legen kann. Anregungen sind eben kein absolutes Wissen eines übergeordneten Lehrers. Und wenn man sich Anregungen holen möchte, dann besser nur von Leuten, die dies ebenso betrachten und die sich nicht als Oberlehrer aufspielen - letztere haben nichts verstanden und führen meist in eine spirituelle Sackgasse oder verfolgen eigentlich ganz andere Ziele. Wenn er denn ausbildet, bringt ein wahrer Meister aber keine guten Schüler hervor, sondern eigene Meister.

Selbstverständlich ist es menschlich und auch sinnvoll, sich mit anderen auszutauschen, und da ja nun nicht in jeder Stadt ernsthafte Magier oder seriöse Hexen leben oder gar bekannt sind, an die man sich wenden kann, ist das Internet oft das einzige Medium, Leute persönlich kennenzulernen. Man kann hier tatsächlich ganz liebe Menschen finden, aber eben auch unglaublich viele Spinner und Leute mit niederträchtigen Absichten.

Wer sich also auf die Suche nach Kontakten zu Menschen macht, mit denen er sich austauschen möchte, sollte vielleicht die folgenden Ratschläge beherzigen.

Niemand weiß alles. Allwissende "Erzmagier", die auch noch behaupten, daß ihre Sicht der Magie und ihre rituellen und magischen Methoden einzig Richtige ist, und die am besten auch noch darauf beharren, daß man sich nur mit ihnen und Anhängern ihrer Lehre austauscht, bloß nicht mit anderen, die womöglich die erworbene Spiritualität vergiften könnten, sind ganz bestimmt alles andere als gute Lehrer.

Ein wahrer Magier weiß, daß er auch nach jahrzehntelanger Beschäftigung mit Magie noch längst nicht alles weiß, und er kann es auch zugeben. Ebenso weiß und äußert er, daß es auch noch viele andere Wege und Methoden gibt als nur die seinen. Es gibt in der Magie keine festen Regeln, denn Dogmen blockieren nur.

Es existieren wesentlich mehr Scharlatane und Blender als ernsthafte Magier. Jeder kann sich im Internet eine Seite einrichten, etwas über Magie schreiben und erzählen, wie weise er doch ist. Daß dahinter überhaupt echtes Wissen, "gnostisches" Wissen, dahintersteckt, gilt es erst zu beweisen. Ein gesundes Maß an Mißtrauen ist zunächst immer angebracht. Es gibt mehr als genug "virtuelle Magier", die vorgeben, Magier zu sein, es aber in Wirklichkeit gar nicht sind.

Manche Spinner sind auch richtig gefährlich. Man sollte besonders dann aufpassen, wenn religiöse Aspekte überbetont werden, besonders wenn von "Gemeinschaften" oder ähnlichem die Rede ist, denn dahinter verbergen sich häufig sektenartige Züge, die andere Menschen in eine Abhängigkeit bringen wollen. Wer mit irgendeiner Form von "Erleuchtung" oder gar "Erlösung" ankommt, sollte damit gleich zum (nicht existierenden) Teufel gejagt werden.

Selbst im Heidentum gilt es, sich vor sogenannten "völkischen Germanen" zu hüten, denn diese entpuppen sich oft genug als Neonazis (Magie ist aber niemals politisch). Und auch im Wicca gibt es leider mehr als genug Spinner ("Alles ist ganz frei und individuell, aber du MUSST es unbedingt so und so machen..." - allerdings sind die meisten Wiccas auch ernsthaft und seriös. Aufpassen und kritisch sein ist halt angesagt.

Hellhörig werden sollte man auch, wenn von Opfern (am besten noch mit Blut) und Schadenszaubern die Rede ist. Vor allem viele sogenannter "dunkler" oder "schwarzer" Magier sind eigentlich eher Grufties oder Satanisten, von denen sich die allermeisten ohne echte Ahnung von Magie einfach nur austoben wollen - oft genug auf Kosten anderer. Man denke stets daran, daß nicht alle Spinner harmlos sind. Und daß man nicht jeder Internetbekanntschaft seinen wirklichen Namen, Anschrift oder Telefonnummer verrät, sollte immer selbstverständlich sein.

Die sogenannten Licht-und-Liebe-Esoteriker sind zwar normalerweise nicht gefährlich, aber spirituell bringen sie einen leider meist kein Stück weiter. Es ist ja ganz nett, Wir-haben-uns-alle-lieb-kuschel-kuschel-Rituale zu machen, Duftkerzen anzuzünden und gemeinsam am Feuer die Mondfeste zu feiern, und das führt zweifellos auch zu einer netten Gemeinschaft und schöner Freundschaft, die ja auch nicht verkehrt ist, aber im Grunde ist das ganze Licht-und-Liebe-Getue doch nur esoterisch angehauchte Beschäftigungstherapie, teilweise sogar Selbsttäuschung. Reine Licht-und-Liebe-Esoteriker sind - böse formuliert - im Grunde späte Hippies, die den Joint gegen einen Zauberstab getauscht haben.

Ein wahrer Magier aber betrachtet das Leben ganzheitlich, und das Leben besteht eben nicht nur aus Licht und Liebe, sondern hat auch ernste und auch viele negative Aspekte. Das Leben ist zwar auch Liebe und Freude, aber ebenso auch Auseinandersetzung, Kampf, Konflikt, Angst, Schmerz, Wut, Grausamkeit, Trauer, Lachen, Sex, Extase und Tod. Magie ist eine Lebensphilosophie, und eine solche kann nur sein, welche sich mit dem ganz(heitlich)en Leben befaßt, und nicht nur mit den Blümchenaspekten. Licht und Liebe gehören als wichtige Bestandteile natürlich dazu, aber vor lauter Licht und Liebe darf keine Scheinwelt aus der Beschäftigung mit Magie werden, in die man sich vor seinen Alltagsproblemen flüchtet, denn auch diese gehören zum Leben und wollen bewältigt werden - magisch, aber vor allem auch ganz real.

Auf dem Weg zur Magie kommt man nicht am Selbststudium vorbei. Dazu benötigt man Bücher und hat heute zusätzlich die Möglichkeit, sich im Internet zu informieren. Bei beiden Medien ist allerdings auch sehr viel Unsinn im Umlauf, also gilt es, kritisch zu sein. Natürlich kann man auch keine Lebensphilosophie aus Büchern beziehen, aber man kann immerhin genug Hintergrundwissen erlernen, um selbst weiterzumachen und den gröbsten Unsinn als solchen zu erkennen. Manche halten vom Bücherstudium wenig, aber es ist unabdingbar, wenn man nicht zufällig einen erfahrenen Magier an seiner Seite hat - und auch dieser weiß nicht alles und geht wahrscheinlich einen anderen Weg als man selbst.

Und wenn man schließlich meint, einen Weg gefunden zu haben, sollte man dennoch offen bleiben. Wer garantiert denn, daß dieser Weg wirklich der richtige für einen ist und ein anderer, vielleicht noch unbekannter Weg nicht viel besser passen würde? Man darf niemals vergessen, daß was für einen anderen wahr und richtig ist, es für einen selbst noch lange nicht sein muß - und das gilt vor allem auch umgekehrt. Der eigene Weg ist genausowenig der Weg anderer wie der Weg anderer der eigene ist.

Man lehne also nicht alles um sich herum ab und akzeptiere nicht nichts anderes mehr als seinen eigenen Weg, sondern erkenne an, daß andere Wege für andere Menschen richtig sein mögen, so wie der eigene Weg für einen selbst richtig sein mag. Man sollte sich nicht missionieren lassen, aber noch weniger sollte man anfangen, auch selbst andere missionieren zu wollen und sich damit genau zu der Sorte "Lehrer" aufschwingen, die man selbst eigentlich ablehnt. Und natürlich lernt man niemals aus, sondern immer nur dazu.

Es gibt keine "Lehrer" - nur Wegbegleiter, Ratgeber und Wegezeiger, aber den Weg wählen und vor allem gehen muß jeder ganz allein für sich selbst.

dieweltdeshexentums am 21.10.06 16:23





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